Wer auch immer sich diesen Aufstiegs-Marathon – nach einer wohlgemerkt langen Punkterunde – ausgedacht hat, der war wohl selbst kein aktiver Handballer. Am vergangenen Wochenende war Württembergligist HSG Langenau/Elchingen ein 31:30-Auswärtssieg beim Zweiten der Nordstaffel, dem TSV Schmiden gelungen. Gestern folgte das von Kampf und Hektik geprägte Rückspiel: Der Gastgeber gab den Vorteil aus der Hand und verabschiedete sich mit einer 23:32-Heim-Niederlage in die Sommerpause.

Schmidens Trainer Henning Fröschle hatte seine Mannen noch ausdrücklich vor dem wieder erstarkten HSG-Linkshänder Felix Junginger gewarnt, der im Hinspiel satte zehn Treffer erzielt hatte. Gestern kam der Rückraumschütze nur auf ein Tor. Überragender Dreh- und Angelpunkt bei Schmiden war Moritz Klenk (6), bei Langenau traf Jan Schaden (8/4) am besten.

Es entwickelte sich zunächst das befürchtet enge Spiel, allerdings versuchte die HSG dieses Mal betont, das Tempo der Schmidener Hochgeschwindigkeits-Handballer zu drosseln. Die Langenauer sahen sich häufig einem knappen Rückstand gegenüber, konnten jedoch meist ausgleichen. Mit einem 13:14-Rückstand wurden die Seiten gewechselt.

Die Gäste um ihren starken Torhüter Jan David fanden besser in die zweite Halbzeit und legten ein Vier-Tore-Polster vor (17:21). Die Vorentscheidung war in der 52. Minute gefallen (21:26), danach war die Luft raus, zumal bei der HSG Jan Schönefeldt als Alternative verletzt fehlte. Bereits auf Sonntag ab 13 Uhr ist ein Dreier-Turnier mit den Baden-Vertretern TuS Schutterwald und TSG Wiesloch angesetzt. Gastgeber ist nicht Langenau, sondern Schmiden, das über die 120 Minuten gegen die HSG die bessere Mannschaft war.

Wer diese Sonntags-Hatz überstanden hat, der darf gegen den TSV Blaustein ran (siehe Info-Kasten). Unterm Strich lautet die Formel: Aus sechs mach eins, im Klartext: Aus dem halben Dutzend an Relegations-Gegnern darf nur einer in der BWOL antreten. Langenau bleibt in der Württembergliga und darf jetzt nach einer guten Saison erst einmal in den Urlaub. Die HSG-Tore vor der tollen Kulisse von 800 Fans erzielten: Schaden (8/4), Buntz, Heinrich, Schorn (je 3), Schenk, Renner (je 2), Mannes und Junginger (je 1).

 

Quelle: SWP 11.045.2018